Zuchtwertschätzung „Exterieur“ – einmalig in Europa

Seit mehreren Jahren wird bei den BW*Mutterrassen die lineare Beschreibung bei der Selektion durchgeführt.

Ziel der Einführung der linearen Beschreibung war primär die Verbesserung der Fundamentstabilität. Das Verfahren wurde mehrfach angepasst und verbessert. Zwischenzeitlich wird die Erfassung der Merkmale durch die Berater für Schweinezucht mit PALM-Geräten und einer speziell dafür Datenaufbereitung im Rahmen der Eigenleistungsprüfungentwickelten Software durchgeführt. Damit konnten die Erfassungszeit verkürzt und die Datenaufbereitung automatisiert werden.

Im Rahmen der Eigenleistungsprüfung im Feld werden die Tiere anhand des in Abbildung 1 dargestellten Schemas detailliert beschrieben. Inzwischen wurden mehr als 65.000 Tiere im gesamten Zuchtprogramm linear beschrieben.


Einmalig in Europa – der Zuchtwert „Exterieur“

Diese Datensätze bilden die Grundlage für die Zuchtwertschätzung „Exterieur“. Auch hier kommen die Vorteile einer BLUP-Zuchtwertschätzung, die Umwelteffekte, jahreszeitliche Einflüsse sowie den Betrieb und den Bewerter berücksichtigt, zum Tragen. Ebenso werden verwandtschaftliche Verknüpfungen sowie das Anpaarungsniveau in die Berechnung mit einbezogen.

Zuchtprogramm

Alle Mutterrasseneber werden im Rahmen ihres Testeinsatzes in dem Umfang angepaart, dass mindestens 100 Nachkommen der linearen Beschreibung unterzogen werden. Dabei ist im Rahmen der PALM-Selektionssoftware eine Abprüfung eingebaut, so dass von jedem Eber in jedem Betrieb zu jedem Selektionstermin maximal 10 Töchter beschrieben werden. Somit kann ein  überproportionaler Betriebseinfluss minimiert werden. Aufgrund dieser Ergebnisse wird über den Verbleib des Ebers aber auch der Sau entschieden. Anhand der Zuchtwertschätzung „Exterieur“ und der dabei ermittelten Teilzuchtwerte für sämtliche beschriebenen Merkmale, kann die Vererbungsleistung eines Tieres sehr exakt ermittelt werden.

Abb. 1: Schema der linearen Beschreibung der Mutterrassen

Abb. 1: Schema der linearen Beschreibung der Mutterrassen