Zuchtwertschätzung "Gesäuge" – mehr Zitzen für mehr Ferkel
Die extremen Steigerungen im Merkmal "Fruchtbarkeit“, die in den letzten Jahren realisiert wurden und die damit einhergehenden großen Würfe, stellen natürlich auch höhere Anforderungen an die Gesäugequalität der Sauen. Große Würfe mit 13 und mehr Ferkeln stellen heute in vielen Betrieben den Standard dar. Grundvoraussetzung für geringe Ferkelverluste bei diesen Wurfgrößen ist neben optimalen Geburtsgewichten ein optimales Gesäuge.
Ebermutternukleus
Seit mehreren Jahren wird in den Nukleuszuchten, so auch in der HAG ®, bei der Selektion der Ebermütter größter Wert auf die Gesäugequalität gelegt. Ein besonderes Augenmerk wird in diesem Zusammenhang auf drüsige Gesäuge mit gleichmäßiger Zitzenverteilung sowie auf weit nach vorne gezogene Zitzenleisten gelegt. Ebenso spielt die Zitzenform für die Einstufung der Sauen als künftige Ebermutter eine entscheidende Rolle. Bis dato wurden die Gesäugekomplexe der Sauen bereits über eine zielgerichtete Anpaarung der Sauen permanent verbessert. Mit der nun zur Verfügung stehenden Zuchtwertschätzung, die von Herrn Dr. Heinkel, LSZ Boxberg, entwickelt wurde, kann die Zitzenanzahl zielgerichtet und effektiver bearbeitet werden.
Datengrundlage
Als Basis dienen alle weiblichen Nachkommen eines Ebers bzw. einer Sau in Reinzucht und in der Hybridvermehrung. Es zeigte sich, dass zwischen den einzelnen Ebern sehr große Unterschiede bestehen und dass auch eine für die Selektion notwendige Streuung in der Merkmalsausprägung vorliegt. Diese absoluten Zahlen berücksichtigen jedoch nicht das Anpaarungsniveau sowie verwandtschaftliche Verknüpfungen. Durch Berücksichtigung dieser Aspekte in der Zuchtwertschätzung ist die Aussagekraft des Zuchtwertes "Gesäuge" größer und ermöglicht eine zielgerichtete Selektion im Merkmal „Zitzenanzahl“ sowie eine Erhöhung dieser in kürzerer Zeit.
Zuchtprogramm
Nachdem sämtliche Mutterrasseneber über einen begrenzten Zeitraum im Rahmen ihres Testeinsatzes angepaart werden, liegen für das Merkmal "Zitzenanzahl" schon in der Verwahrzeit verlässliche Daten vor. Negativvererber können frühzeitig von der weiteren züchterischen Verwendung ausgeschlossen werden. Überdurchschnittliche Vererber, wie beispielsweise der BW*Landrasseeber PINOT 48231, der bei seinen Töchtern durchschnittlich 15,8 Zitzen vererbt, kann
gezielt in den Wiedereinsatz gehen und maximalen
Zuchtfortschritt generieren.
Der BW*Large White-Eber Normanne 2202 wurde
speziell wegen seiner 18 bestens ausgeprägten und verteilten Zitzen in den Zuchteinsatz genommen.