Steigende Ferkelzahlen,
Homogenität und hohe Geburtsgewichte, aber wie!
100%ige Einzeltier Geburtsgewichtserfassung in der Nucleusstufe
Seit Mitte letzten Jahres werden in der HAG ® die Einzeltiergeburtsgewichte als weitere Datenträger mit erfasst und ausgewertet. Bei intensiver Züchtung auf Fruchtbarkeit wird sicherlich die Homogenität mit guten Geburtsgewichten zukünftig stärkere Priorität erhalten. Am ersten Lebenstag werden hierzu parallel zur Erstversorgung der Ferkel die Einzeltiergewichte jedes Ferkels auf einer Ferkelwaage ermittelt. Weiterhin wird jedes Tier mit einer speziellen Ohrmarke gekennzeichnet.
Am 7. Lebenstag wird zudem eine Transponderohrmarke eingezogen. Über das InfoSys-Datensystem erfolgt anschließend die Erfassung. Hierzu werden vorab alle Sauenplanerdaten auf das Lesegerät „Psion“ gespielt. Im Stall werden dann aus einer vorgegebenen Liste die Nummer der Sau ausgewählt und die Transpondernummer jedes dazu gehörigen Ferkels eingelesen. Danach wird das Geschlecht, die Zitzenzahl, eventuell auftretende Anomalien und die Einzelgeburtsgewichte hinzugefügt.
Die schwersten 10 % der Würfe haben ein durchschnittliches Geburtsgewicht von 1,78 kg, die leichtesten 10 % der Würfe kommen im Schnitt auf 1,19 kg. Bei der Wurfgröße lagen diese schweren Würfe mit durchschnittlich 10,4 Ferkeln deutlich unter der Anzahl der Ferkel aus leichteren Würfe (16,8 Ferkel) (Übersicht). Hierbei sind nur Nucleus-Sauen im Zeitraum Juli 2007 bis August 2008 ausgewertet worden.
Lückenlose Dokumentation bis zur Zuchtsau
Diese neu aufgebaute Datengrundlage ist die Basis für zukünftige Selektionskriterien. So werden schon heute die bestenden Geburtsinformationen mit in die Selektionslisten der verkaufsfähigen Jungsauen aufgeführt und ergänzt. Die Selektion mit linearer Exterieurbewertung umfasst bereits heute 9 Einzelmerkmale. So werden für jede Nucleussau unter anderem die Fundamente, Röhrbeinstärke, Zitzenanlage und Lebenstagszunahme erfasst. Mit der Bewertung der Einzeltiergeburtsgewichte wird die Grundlage unserer züchterischen Arbeit und Entscheidung auf eine weitere umfangreiche Datenbasis aufgebaut. Diese notwendigen Leistungskontrollen sind unverzichtbare Bausteine der Zuchtwertschätzungen.