Das Deckzentrum – Ort der Ruhe und Entspannung
Die abgesetzten Sauen erhalten im Deckzentrum neben dem Futter für tragende Sauen zusätzlich 1 kg Laktationsfutter, um den Flushing-Effekt zu erzielen. Ab dem dritten Tag erfolgt morgens und abends ein kurzer Eberkontakt, wobei zeitgleich auch die frührauschigen Sauen erkannt werden können.
Die eigentliche Rauschekontrolle beginnt ab dem vierten Tag nach dem Absetzen. Die intensive Stimulation findet durch den Eber vor den Sauen statt. Und der Mitarbeiter überprüft hinter den Sauen den Duldungsreflex. Duldet die Sau, wird der Zeitpunkt auf der Belegekarte über der jeweiligen Bucht notiert.
Die erste Belegung erfolgt 24-36 Stunden nach Duldungsbeginn, die Zweitbelegung 18 Stunden später. Ist am darauffolgenden Tag noch eine Duldung feststellbar, wird auch noch eine dritte Belegung durchgeführt.
Die eigentliche Besamung übernehmen zwei Personen, so dass die Möglichkeit besteht, mindestens 10 Sauen gleichzeitig zu besamen. Dazu werden die Sauen per Besamungsbügel stimuliert, die Spermatuben werden an einer Leine aufgehängt und mit einer Schlauchverlängerung mit der Pipette verbunden.
Ziel ist es, mit dieser Technik die Anzahl gleichzeitig zu besamender Sauen weiter zu erhöhen, um noch effektiver arbeiten zu können. Um hohe Fruchtbarkeitsergebnisse bei der künstlichen Besamung zu erzielen, reicht allerdings effektives und hygienisches Arbeiten alleine nicht aus. Nur wer den richtigen Besamungszeitpunkt seiner Sauenherde kennt, kann erfolgreich belegen. Dazu ist eine intensive und zeitgleiche Rausche aller abgesetzten Sauen unabdingbar. Um dieses zu erreichen ist eine hohe Futteraufnahme während der Laktation notwendig, damit die Sauen in einem optimalem Konditionszustand in den nächsten Laktationszyklus gehen können.